Wie viel Umweltschutz braucht die Börde?

Bild: Alfred Gewohn

Die Redaktion der einzig verbliebenen Soester Tageszeitung – der Soester Anzeiger – bittet die Soester Ratsfraktionen zu aktuellen Soester Fragen und Themen Stellung zu beziehen. Dazu werden in der Rubrik „Thema der Woche“ die Antworten der im Rat vertretenen Parteien wöchentlich abgedruckt, so sie denn geantwortet haben. An dieser Stelle können Sie die Antworten und Positionen der Soester Sozialdemokraten nachlesen.

Ortsgespräch „Frage der Woche“ – Statement der SPD Soest vom 28.11.2019:

Viele Insektenarten sind inzwischen bestandsgefährdet. Neue gesetzliche Vorgaben zum Schutz von Bienen und Insekten stoßen auf Kritik. Dabei geht es darum, vielfältige Landschaften, Wälder und Grünflächen als wichtige Lebensgrundlage von Insekten auch bei uns stärker zu schützen. Monokulturen und der Einsatz von Pestiziden sollen, wo möglich, vermieden werden. Die heimische Landwirtschaft ist dabei Teil der Lösung. Hier wird vielfach bereits auf biologischen Anbau gesetzt. Landwirte müssen wirtschaftlich erfolgreich sein und können gleichzeitig im Sinne der Umwelt handeln – durch die Anlage von Blühstreifen an Ackerrändern und wechselnde Anbausorten und möglichst ohne Einsatz chemischer Düngemittel – für die Herstellung gesunder Lebensmittel und den Schutz von Insekten und vieler Vogelarten. Als Verbraucherinnen und Verbraucher können wird die heimische Landwirtschaft unterstützen, indem wir mehr regionale Produkte kaufen. Kommunalpolitik hat hier die Aufgabe, die Ansiedelung von Einzelhändlern mit regionalem Warenangebot weiter zu fördern.

Die zunehmende Versiegelung von Flächen, Stichwort „Schottergärten“, wirkt sich zudem auf den Rückgang der Artenvielfalt aus. Wir setzen uns für mehr grüne Gärten in Soest ein und haben dazu einen Ratsantrag eingebracht: „Mehr Grün statt Schotter in den Gärten“. Es geht nicht nur um den Erhalt von Grünflächen als Lebensraum der Insekten, sondern auch um besseren Schutz vor Starkregen: Sind die Böden versiegelt, kann Wasser nicht versickern und sammelt sich stattdessen auf den Straßen. Insektenschutz ist also aktiver Klima- und Umweltschutz und schützt uns alle!