Klimaschutz in Soest

Bild: colourbox /SPD

Benno Wollny lädt Aktivisten in den AUNK ein.

Am 16. Mai tagt im Rathaus II in Soest der Ausschuss für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz. Benno Wollny hat für den AUNK die Aktivisten von FridaysForFuture (F4F), ParentsForFuture und die Teilnehmer des vom Meeresbiologen Udo Engelhardt ins Leben gerufenen und initiierten Soester Klimatreffs eingeladen, um sich dort einzubringen und auszutauschen.

FridaysForFuture in Soest Bild: Alfred Gewohn

 

Der Gemeinderat von Konstanz hat in der vergangenen Woche als erste Stadt in Deutschland den „Klimanotstand“ ausgerufen. Die Kommunalpolitiker dort nahmen eine entsprechende Resolution am einstimmig an. Sie folgten damit dem Britischen Unterhaus, das mit diesem Klimaschutzkonzept erreichen will, dass Großbritannien Klimaneutral wird Konstanz ist damit nach Angaben der Ortsgruppe der Klimaschutzbewegung „FridaysforFuture“ die erste Stadt in Deutschland, die einen solchen Schritt geht.

Klimanotstand auch in Soest?

Auch für Soest ist ein solches Konzept mit intensivem Klimabewusstsein denkbar. Der Ausschuss für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz ist in Soest für solche Themen zuständig. Eine Einrichtung, die bezüglich des Klimaschutzes „reaktiviert“ werden muss. Das Problem ist, dass dieses beratende Gremium nur sehr geringe Entscheidungskompetenzen hat. Gleichzeitig sei aber erwähnt, dass es in vielen anderen Städten und Gemeinden eine solche Institution gar nicht gibt.

Der AUNK achtet zum Beispiel darauf, dass das von der Stadt in Auftrag gegebene Klimaanpassungskonzept umgesetzt wird. Das bezieht sich auf Starkregen und Hitze. Da gibt es viel zu tun. Bei der Hitze etwa müssen die Auswirkungen der Erwärmung durch viel mehr Grün gemildert werden: Durch grüne Wände an Fassaden, Grüninseln im Stadtbild und auch Wasserinseln, die das Klima erträglicher machen. Versiegelung vom Flächen, Gabionen oder Vorgärten aus Steinen sind hier kontraproduktiv, da sie die Hitze speichern und über einen längeren Zeitraum wieder abgeben: Dieses führt wiederum zu erhöhten Temperaturen im Innenstadtbereich.

Ein klarer Wunsch wäre es, wenn dieser Ausschuss eine klare und deutliche Zuständigkeit in allen Umweltfragen bekäme. Damit klimarelevante Dinge nicht mal eben zur Entscheidung im Bauausschuss oder sonst wo landen. Ergo statt nur eines Beratungsrechts, ein klares Entscheidungsrecht in allen Umwelt-, Natur- und eben auch Klimafragen.

Ein Fallbeispiel ist und war die Situation beim Zubau der Frischluftschneise am Wiesengraben in Soest. Dort hätte ein Ausschuss mit den o.a. Befugnissen, die in diese Schneise hineinragende und sich für das Stadtklima negativ auswirkende Bebauung, verhindert.

Wir brauchen aber massiv mehr Grün und mehr Wasser, was u. a. auch zu mehr Artenvielfalt, Bienen Insekten, Vögel in unserer Stadt führt. Dazu gehört auch ein großes Baumpflanzprogramm. Es darf ruhig das doppelte Volumen haben, um zu zeigen, wie intensiv wir handeln müssen. Wir brauchen eine Vergrößerung des Stadtparks und des Bürgerwaldes, mehr Baum- und Obstbaumalleen und insbesondere in allen privaten Gärten mehr Grün statt Stein. Um das weltweite Klima erträglich zu gestalten benötigen wir auch eine massive Besteuerung von CO²

 

Nächste öffentliche Sitzung des AUNK:

Der AUNK möchte im Namen von unserem Ratsmitglied und Ausschussvorsitzenden Benno Wollny den Aktivisten ein Forum bieten, um ihre Positionen darzustellen. Gleichzeitig ist es dem Ausschuss wichtig, die Aktivitäten zu zeigen, die die Stadt bereits eingeleitet hat. Schließlich soll ausgelotet werden, wie miteinander die Arbeiten zum Klimaschutz in der Stadt beschleunigt und umgesetzt werden können – oder wie neue Ansätze für die Arbeit des Ausschusses aussehen können.

Ausschuss für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz der Stadt Soest
Donnerstag, 16. Mai – 17 Uhr,
Rathaus II, Windmühlenweg 21, 59494 Soest

Eingeladen zum Meinungsaustausch sind u.a. die heimische „FridaysForFuture“-Bewegung, der Soester Ableger von ParentsForFuture, Meeresbiologe Udo Engelhardt, Mitglieder des Klimatreffs Soest und alle Interessierten.

 

Ein Beitrag von: Benno Wollny, Alfred Gewohn