Starke Eingriffe in das historische Denkmal „Soester Wall“

Bild: Alfred Gewohn

SPD lehnt Bauprogramm für den Brunowall und den Dasselwall ab

Für die SPD steht der Schutz des Walls als historisches Denkmal an erster Stelle: Dem haben sich alle weiteren Entscheidungen für den Ausbau des Wallkronenweges, der Wallaufgänge, Gräften und Durchgänge unterzuordnen.

Zu stark sind die Eingriffe in das Denkmal, die die Ausschuss- und Ratsmehrheit im Planungsprozess und jetzt die Mehrheit im Stadtentwicklungsausschuss für die Durchführung (Baubeschlüsse für den Brunowall und den Dasselwall) zu verantworten haben. Hierbei liegen die Empfehlungen der Stadtverwaltung zu Grunde, die auf der Ausarbeitung des hinzugezogenen externen Planungsbüros „nts“ beruhen. Diese Planungsentscheidungen sind am 18. Januar 2018 getroffen worden. Die SPD hatte dazu ihre Forderungen zur Abstimmung gestellt, die das Baudenkmal und die Bäume auf dem Wall und auch die Gräfte schonen und gleichzeitig die Zugänglichkeit der Wallkrone – auch für Behinderte – ermöglichen. Diese SPD Forderungen wurden von der Mehrheit abgelehnt (siehe Soest Intern 01/2018).

Jetzt ging es im Stadtentwicklungsausschuss am 12. Sep. 2018 bereits um die Baubeschlüsse. Dabei wurden die unterschiedlichen Positionen von SPD und Ausschussmehrheit noch einmal sehr deutlich. Marita Stratmann, Ratsmitglied und Sprecherin der SPD im Stadtentwicklungsausschuss, bringt es verkürzt auf den Punkt:
„Alles wird geordnet, alles wird gerade gemacht: Historisch Gewachsenes wird platt gemacht, Asphalt auf den Wallaufgängen, Rennbahn für Radfahrer in den Gräften. Wo bleibt das Ursprüngliche des Walls und der Gräften mit Ruhezonen für Menschen und die Tierwelt?“

Da die politische Mehrheit ihren Willen bereits in den Planungsentscheidungen durchgesetzt hatte, blieben in der Septembersitzung des Stadtentwicklungsausschusses nur wenige Punkte übrig, die nochmals diskutiert worden sind. Es ist nicht verwunderlich, dass sich die SPD leider so gut wie bei keinem Punkt durchsetzen konnte.


Der Wallkronenweg. Der Weg soll durchgängig 2,50 m breit werden, eingefasst in Stahlbänder
SPD: NEIN: sterile Ausrichtung, Gefahr für Wurzelwerk der Bäume

Die Linden sollen „saniert“ werden.
SPD: NICHT SO: 20 Linden „frisst“ die Ausbaumaßnahme, darunter alte kräftige Bäume, 41 neu gepflanzte junge Bäume haben lange nicht die Klimawirkung großer alter Bäume

Die vier Wallaufgänge. Alle werden asphaltiert.
SPD: Unsinnige und zusätzliche Versiegelung des Untergrundes

Gräfte. Der Geh- und Radweg wird von 2,50 m auf 3.50 m verbreitert
SPD: 3,00 m tun es auch. Sonst Verlockung zum schnellen Radfahren, Gefährdung von Fußgängern, vor allem Kindern und alten Menschen

Zunächst keine Beleuchtung der Gräfte
Die SPD konnte mit anderen Ausschussmitgliedern eine durchgängige Beleuchtung gerade noch verhindern. Allerdings werden Querwege durch den Wall ausgeleuchtet, auch punktuell gibt es wie bisher eine inszenierende Be-leuchtung z.B. des Kattenturms.

Es werden aber Leerrohre verlegt, so dass später eine durchgängige Beleuchtung möglich wäre.
SPD: Unsinnig, da durchgehende Ausleuchtung Ruhezonen der Tierwelt stören würde


Mit Beschluss des Stadtentwicklungsausschusses vom 18. Januar 2018 ist ein fünfköpfiger Wallbeirat aus externen Gutachtern gebildet worden. Die Mehrheit im Stadtentwicklungsausschuss hat sich nach der Verwaltungsvorlage für drei Landschaftsarchitekten, eine Verkehrsplanerin und einen Baumgutachter entschieden. Für die SPD ist es das falsche Signal; es fehlt schwerpunktmäßig der Sachverstand für Denkmalschutz und Klimaschutz.
Hans Olmer, Ratsmitglied und Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss, dazu: „Kein Wunder, dass ein derartiger Beirat in seiner ersten Sitzung am 4. September 2018 für die Gräfte eine gut ausgeleuchtete breite Renntrasse für Radfahrer empfahl. Naturschutz und Denkmalschutz bleiben auf der Strecke!“

Wie geht es weiter mit den „Sanierungen“ nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung?

Die Sanierungen des Wallkronenwegs und der Gräfte des Brunowalls sollen 2019 erfolgen, abhängig von der laufenden Mauersanierung.
Die Mauersanierungen am Dasselwall werden 2019 durchgeführt, die Sanierung des Wallkronenwegs und der Gräfte in 2020.

Dirk Bruns, Mitglied im
Stadtentwicklungsausschuss